Werner Pfelling
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10. Kurzgeschichte
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"WENN DAS EHEGLÜCK ZERBRICHT"



2 A4 Seiten


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"Eheglück"

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WENN DAS EHEGLÜCK ZERBRICHT

Man hätte meinen können, so sieht eine glückliche Ehe aus. Es war alles vorhanden, was sie noch zufriedener macht - ein Haus, ein Swimmingpool, ein Porsche. Hier lebten Oliver, um die fünfzig, und Claudia, um die vierzig. Nur Kinder stellten sich nicht ein, was wie eine bittere familiäre Niederlage war. Die damit nicht ausgelebte Liebe und Fürsorge für den Nachwuchs, mögen einer der Gründe sein, warum die Geschichte kein Happyend hat.

Oliver brachte es im Laufe der Zeit zu einer eigenen Autowerkstatt, mindestens zehn Mitarbeiter. Es gab Wagen der mittleren und oberen Klasse, und es lief alles wie geschmiert. Die Kunden wurden am Telefon befragt, ob sie mit dem Service zufrieden sind, und sie waren es. Olivers Frau führte in der City eine Boutique, hier kamen Kunden aus Amerika vorbei, sogar aus Hollywood.

Oliver war ein Mann nach Maß. Seine Anzüge standen ihm gut. Er hatte ein Gesicht, wie es Männer haben müssten, kantig und Charme versprühend. Claudia hatte eine tolle Figur. Ihr Gesicht würde auch im Alter noch schön anzusehen sein. Das attraktive Ehepaar verbrachte viele Abende mit Freunden, in Restaurants oder besuchte Opernhäuser. Ihr Haus war gut in Schuss, und der Swimmingpool wurde früh und abends genutzt.

Oliver betreute in der Werkstatt betuchte Kunden selbst, stellte ihnen die modernen Autos vor. Unter den Käufern gab es auch gut verdienende Frauen, aber was noch wichtiger war - gut aussehende Frauen. Eines Tages hatte es zwischen Oliver und einer Managerin gefunkt. Es muss jetzt nicht mitgeteilt werden, ob Claudia davon Wind bekam. Die Ehe lief trotz des Fremdgehens von Oliver, der in seiner Werkstatt leider viele Termine wahrnehmen musste, problemlos weiter.

Aber dann gab es den großen Umbruch. Olivers Urologe stellte Prostatakrebs fest. Vielleicht war der Patient zu selten oder zu spät zur Untersuchung gekommen. Der Urologe hatte zunächst gescherzt: "Sie haben nicht den Strahl eines Büffels, sondern den eines Meerschweinchens." Beide Eheleute waren über die Krankheit entsetzt. Es folgte Chemotherapie auf Chemotherapie, die nichts bewirkten. Claudia sprach mit dem Chefarzt, der ihr mitteilte, dass der Krebs den Körper befallen und der Patient nicht mehr lange zu leben hat.

Claudia teilte ihrem Mann den wahren Sachverhalt mit. Er nahm die Nachricht sprachlos auf und wünschte sich einen Krankenpfleger, aber Claudia meinte, sie wolle keine fremde Person im Haus, die Putzfrau sei schon störend genug. Als sich der Zustand von Oliver wegen seiner Schmerzen eines Abends verschlimmerte, wies sie ihn ins Krankenhaus ein. Sie besuchte ihn seltener als seine Geliebte. Oliver war enttäuscht, entkräftet und völlig hilflos. Wenn er sich über die wenigen Besuche seiner Frau verwundert zeigte, redete sie sich mit der Boutique, dem Haus und dem Swimmingpool heraus.

Die plötzliche Gefühlskälte und Lieblosigkeit von Claudia schwächte zusätzlich Olivers körperliche Verfassung, und er grübelte den ganzen Tag, ob sie von seiner Geliebten wusste, ob es gar ein Racheakt ist. Als es ihm immer schlechter ging, erschien seine Frau nicht mehr am Krankenbett, sie hatte ihn bereits abgeschrieben. Seine Geliebte hielt Oliver die Hand, als er verstarb. Für den aufmerksamen Leser stellt sich die Frage: Gab es bereits einen Mann, der morgens den Swimmingpool benutzte?

ENDE


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