Werner Pfelling
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"Ein erotisches Experiment
und andere amüsante
Geschichten"


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Leseprobe
Auszug aus der letzten Geschichte "Das Verhör"

Der Raum im Polizeirevier war kärglich eingerichtet, es sah alles nach IKEA aus, da hatte ich stabilere Regale in meiner Wohnung, und die Stühle, eher Hocker statt Stühle, waren recht unbequem, fairerweise muss ich zugeben – für beide Parteien. Auch störte und blendete mich das Licht aus Scheinwerfern, die an der Decke hingen und nur auf mich gerichtet waren.

Ich fragte, ob ich endlich erfahren dürfe, warum ich hier unbequem sitzen muss, und der dicke Polizist sagte, es gehe in dem Verhör um mein Sexualleben. Ich wollte wissen, ob ich sofort meinen Rechtsanwalt anrufen dürfe, aber jetzt antwortete der dünne Polizist, den brauche man nicht, sie würden die Angelegenheit auch in meinem Interesse regeln. Der dicke Polizist spielte jetzt den Menschfreund und neigte sich zu mir: „Unsere Aufgabe ist es, durch Stichproben in der Bevölkerung sexuelle Straftaten zu verhindern und aufzuklären, deshalb sind Sie vorläufig festgenommen. Das ist dasselbe, als wenn das Finanzamt Zugriff auf Ihre Konten hat, um zu überprüfen, ob Sie gegenüber dem Staat und der freiheitlich Demokratie ein ehrlicher Bürger sind.“ Ich war über die Aussage des Dicken sehr verwundert und bekundete, dass ich ein Anhänger von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sei, ehrlich meine Steuern bezahle und mir nichts vorzuwerfen habe. Auch gehe meine Intimsphäre niemanden etwas an. Ich fragte, was sind das für Gesetze, Untersuchungskommissionen und Schikanen?

„Beginnen wir mit den Verhör“, entschied jetzt der dünne Polizist, ohne sich auf meine Argumente einzulassen, und er fuhr fort: „Wann haben Sie zum ersten Mal masturbiert?“
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