Werner Pfelling
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"Bin ich ein Mörder?"


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Leseprobe
Ich wachte schweißgebadet auf und erinnerte mich an den letzten Satz eines beängstigenden Traums. Ich sagte zum Richter: „Ich bin unschuldig.“ Vielleicht waren die heutigen Gewalttaten im Alltag, die die Medien ausbreiteten, daran Schuld, dass ich öfter ungereimtes Zeug träumte. Ich führte sogar Selbstgespräche, um herauszufinden, ob ich ein Mörder war, bin oder werden wollte. Diese psychische Belastung meiner Person gegen Ende meines Lebens äußerte sich in einem häufigen Angstgefühl. Ich richtete den gesamten Alltag darauf ein, unauffällig zu sein, mich keiner Gefahr auszusetzen, nicht in eine Falle zu tappen, um nicht selbst gewalttätig zu werden.

In meiner Kindheit und Jugend war ich ein braver Schüler mit mittelmäßigen Zensuren und keiner großen Auffassungsgabe. In der Klasse ging es friedlich zu, es gab keine Gewalttaten. Nur einmal schien es mir, dass ich auf der Schultoilette einen Schrei gehört hatte. Ich ging dem Vorfall nicht weiter nach, um nicht in eine schlimme Sache hineingezogen zu werden. Als ich verheiratet war, träumte ich einmal davon, dass ich meinen Sohn im Bett erstickt hatte. Ich wollte mich von solchen Fantasien befreien und nahm an einem Schwimmkurs teil.

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